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Junioren-Europameister Paul Röder im Interview

In seinem Vierer mit Steuermann gewann Paul Röder das A-Finale mit drei Zehnteln vor der irischen Konkurrenz. Zurück aus Essen von der Junioren-Europameisterschaft beantwortet der A-Junior nun neugierige Fragen des SC Berlin-Köpenick.

Wie verlief das Rennen?

Wir sind nicht ganz so gut vom Start weggekommen, wie wir es von den anderen Rennen zuvor gewohnt waren und konnten uns deshalb nicht sofort auf den ersten 500 m nach vorne schieben. Da wir aber von unserem Trainer Jürgen Worms gesagt bekommen haben, das Rennen aggressiv zu fahren, sind wir nach dem Start mit der Frequenz nicht sonderlich runtergegangen. Wir versuchten von Beginn an, flüssig zu bleiben und die Schlagzahl 36 zu halten, was uns auch gelang. Durch sehr gut gesetzte Zwischenspurts unseres Steuermanns, haben wir es dann geschafft, uns auf den mittleren 1000 m vor das Feld zu legen und ein paar Meter gutzumachen. Da wir wussten, wie stark Irland auf den letzten 500 m war, schoben wir einen erneuten Druckzehner zu Beginn des letzten Streckenabschnittes, der uns insgesamt eine halbe Länge Abstand verschaffte. Dann wurde es noch einmal richtig eng zum Ende, doch wir konnten drei Zehntelsekunden, also ungefähr einen Meter, über die Linie retten.

Was war das für ein Gefühl im Ziel?

Es war einfach unbeschreiblich. Das erste Mal international fahren, das erste Mal im Finale und dann noch Gold… Wir waren überglücklich, aber auch bis aufs Letzte erschöpft. Ein so knappes Rennen verlangt einem nun mal alles ab.

Wie habt ihr euch auf die JEM vorbereitet?

Nach der erfolgreichen Qualifikation bei der internationalen Juniorenregatta in München hatten wir nur noch zwei Wochen Zeit. Wir nutzen diese mit einem Trainingswochenende, wo wir uns nochmal deutlich steigern konnten. Zum eigentlichen Wettkampf reisten wir bereits zwei Tage früher an, um uns an die Strecke auf dem Baldeneysee zu gewöhnen.

Was steht diese Saison noch an?

Je nachdem wie die nächsten Wochen laufen, kann es ein kurzer oder langer Sommer werden. Das nächste wichtige Event wird die Rangliste Hamburg und die anschließende Regatta in Hamburg sein, bei der es gilt, die sehr guten Leistungen in den jeweiligen Bootsklassen (Zweier ohne & Vierer mit) zu bestätigen und erneut für den ersten Achter der Regionalgruppe Nord-Ost im Hinblick auf die Deutsche Meisterschaft nominiert zu werden. Bei der DJM in Brandenburg werden wir dann alles daransetzen, unser Ticket für die Junioren-WM in Tokio zu lösen. Wenn uns dies gelingt, geht es also im August zur JWM. Wenn das aber nicht klappen sollte, wird es Anfang Juli nach London zur Henley Royal Regatta gehen, wo ich meine Schule im Achter vertreten werde. Es steht also auf jeden Fall noch ein Großereignis an.

Was wünscht du dir noch von 2019?

Natürlich die Nominierung für die Nationalmannschaft für die WM in Tokio, das ist selbstverständlich ein Traum, der in Erfüllung gehen würde. Ich möchte auch wieder Deutscher Meister im Achter werden und dieses Jahr im Vierer mit Steuermann ganz oben auf dem Treppchen stehen. Ein erneuter Finaleinzug im Zweier ohne in Hamburg wäre auch ein Wunsch, was diese Saison betrifft. Nach den Sommerferien beginnt dann wieder der Selektionsprozess für die neuen Zweierbesetzungen für die nächste Saison, wo ich mir natürlich wünsche, den optimalen Partner zu finden. All das steht aber noch in den Sternen und wird in den nächsten Wochen dann hoffentlich Realität werden, wenn keine Krankheitsfälle dazwischenkommen und das Training weiterhin so gut verläuft.

Wir bedanken uns bei Paul Röder für diesen detaillierten Einblick in sein Rudererleben und wünschen ihm für die restliche Saison viel Glück und Erfolg und hoffen, dass seine Wünsche für 2019 in Erfüllung gehen werden.