Große Bremer Ruder-Regatta vom 6. bis 8. Mai
Rudern. Sonne. Spaß. Was will man mehr?!
Unsere Juniorinnen Anika, Annelie und Charlotte haben ihre Erlebnisse festgehalten:
Am 6. Mai machte sich die Trainingsgruppe der 2. Wettkampfebene mit 3 ½ Sportlern und 1 ½ Trainern (Martin war sowohl als Trainer als auch als Sportler dabei)auf den Weg nach Bremen. Nach einem 40 minütigem Stau schafften wir es endlich auf die Autobahn, wo die Fahrt erst richtig begann. Von hier aus startete der Karavan mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h voll durch. Nach 5 Stunden spannender Fahrt erreichten wir die Großstadtmetropole Bremen, wo wir am Regattaplatz von einem gutaussehenden, resoluten jungen Ruderer empfangen wurden. Kaum auf dem Bootsplatz angekommen stellte Charlotte erstaunt fest, dass hier ja enorm viele Boote liegen. Schon nach diesem Satz kristallisierte sich heraus, dass wir dieses Wochenende noch sehr viel Spaß mit ihr haben werden. Die Stimmung war gut, das Wetter auch, perfekte Voraussetzungen für eine erfolgreiche Regatta. Nach dem Entladen der Boote fuhren wir nun zu unserer Unterkunft, die noch sehr viele Überraschungen für uns bereithielt. Entspannt, bei sehr interessanten Themen wie z.B. offene Schädel, ließen wir den Abend ausklingen.
Unser erster Regattatag begann motiviert um 6:45 Uhr in der Früh. Liebevoll bereitete unser Rezeptionist, welcher gleichzeitig auch Küchenfee und Zimmermädchen war, einfach unser Mann für alles, das Frühstück vor. In netter Gesellschaft von drei Chinesen und einem Fernseher, in dem eine informative Sendung über Müllverwertung lief, genossen wir das Festmahl, welches, zumindest bei Charlotte, sehr üppig ausfiel: ein halbes Brötchen. Gestärkt machten wir uns auf zur Regattastrecke, vorbei am ‚Süpermarket’ und dem örtlichen Zigarettenschmuggler. Hochaktiv und definitiv nicht müde, riggerten wir unsere Boote auf und kurz darauf fuhren Charlotte und Annelie zusammen im Doppelzweier das erste Rennen. Da die beiden ihren ‚Gegnern‘ auch eine Chance lassen wollten, ließen sie diese großzügiger Weise allesamt vor sich ins Ziel. Etwas später bestritt Ani im Einer ihr Rennen. Allerdings war sie nicht ganz so gnädig und ließ nur vier vor sich. Auch Charlotte startete im Einer. Da sie sich aber das folgende Rennen etwas genauer anschauen wollte, ließ sie sich dem entsprechend etwas mehr Zeit. Martin startete wenig später und belegte den 4. Platz im Männer-Einer. Der erste Platz sollte es nicht sein, da er sich für seine noch anstehenden Trainertätigkeiten nicht zu sehr auspowern wollte. Unsere gnädige Art gegenüber unseren Gegnern fand an diesem Tag letztlich doch noch ein Ende als Annelie und Ani im Doppelzweier an den Start gingen. Sie kamen mit einem Grinsen im Gesicht und einer Medaille um den Hals, jedoch ohne Startnummer und Stecki zurück an den Steg. Auch unser Leistungssportler Eric war anwesend und belegte sowohl im 4- als auch im 8+ mit seinen Bootskameraden den ersten Platz.
Zurück in unserer Unterkunft war unsere Putzfee sehr fleißig gewesen und überraschte uns mit penibel aufgeräumten und umgestalteten Zimmern. Abgesehen davon, dass keiner mehr wusste wo sich seine Sachen jetzt befanden, freute uns das natürlich sehr. Nachdem wir nun alle geduscht hatten, fuhren wir mit unserem flotten Vereinsmobil in die Bremer City und hielten Ausschau nach einer Gaststätte, wo wir unseren Hunger stillen konnten. Diese fanden wir in Form einer gemütlichen Pizzeria im hübschen Bremer Schnoor. Hier hatten wir ebenfalls eine liebreizende Bedienung, die jedoch Charlotte aus dem Schlaf riss, als sie nach der Bestellung fragte. Auch das Pizzaschneiden fiel Charlotte sehr schwer, da ihre Müdigkeit sie immer wieder überwältigte. Am Ende des Tages fielen wir alle kaputt und mit runden Bäuchen ins Bett.
Sehr lange konnten wir leider nicht Schlafen, da wir bereits um 5:30 Uhr des Folgetages aufstehen mussten. Ein weiteres Mal bereitete uns unser Mann für alles ein köstliches Mahl, allerdings frühstückten wir Sonntag ohne die Begleitung unserer höchst gesprächigen Chinesen. Um 7:00 Uhr packten wir die letzten Sachen ins Auto, verabschiedeten unsere Allround-Fee und ab ging‘s zur Strecke. Direkt nach der Ankunft durften sich Ani und Annelie einlaufen gehen für ihr anstehendes Rennen im Doppelzweier. Trotz starken Mitsturms, der das ganze Wochenende wehte, fuhren die beiden mit einer exzellenten Technik als Zweite durch das Ziel. Das nächste Rennen wurde von Ani im Einer bestritten. Leider schaute sie lieber dabei zu überholt zu werden, anstatt selbst den Ersten zu machen. Also konnten wir nun einen weiteren zweiten Platz in unsere Erfolgsliste aufweisen. Das letzte Rennen unserer Trainingsgruppe hatten Charlotte und Annelie im Doppelzweier. Sie belegten einen glorreichen vierten Platz.
Natürlich war auch unser LRV-Kind Eric an diesem Tag wieder erfolgreich. Er belegte im Vierer und im Achter schon fast streberhaft, mit viel Abstand jeweils den ersten Platz. Jetzt waren nur noch die letzten Boote auf den Hänger zu laden. Um unsere Gehirne etwas in Schwung zu bringen, stellten uns die Ruderkameraden eines anderen Vereins netterweise vor ein Rätsel, das es nun zu lösen galt. Da wir die Boote von ihnen mit transportierten, hatten wir die Aufgabe ihren letzten Einer, mit Hilfe von nur einer Plastikflasche und einem Gurt ohne sie zu verladen. Nachdem uns dies gelungen war verabschiedeten wir uns von der wunderschönen idyllischen Regattastrecke in Bremen und fuhren los in Richtung unserer geliebten Heimatstadt Berlin.
…
Ha, Denkste! Schön wär‘s…
Ganz so schnell konnten wir uns doch nicht vom Acker machen. Nach wenigen Kilometern auf der Autobahn rumste es und man konnte im Rückspiegel beobachten, wie sich einer der Reifen vom Hänger dazu entschloss seinen eigenen Weg zu gehen bzw. zu rollen. Er ließ sich noch von ein paar Autos überfahren, bis er letztendlich hinter uns auf dem Standstreifen liegen blieb. Kurzer Schockmoment für alle, aber David und Martin bestückten den Hänger fix mit dem Ersatzreifen. Blöd nur, dass dieser so gut wie platt war und uns dazu zwang im Schritttempo die Autobahn zu verlassen und eine Tankstelle aufzusuchen.
Nachdem wir eine solche gefunden hatten, war es schon spät geworden und endlich konnten wir die Fahrt fortsetzten.
Müde, erledigt, aber glücklich, erreichten wir am Montag um 0:30 Uhr nachts die Nixe.
Wir verabschiedeten uns, fuhren nach Hause und freuten uns in ein paar Stunden wieder aufstehen zu dürfen um zur Arbeit bzw. zur Schule zu gehen.
Trotz aller Anstrengung war es ein schönes und amüsantes Regattawochenende wie es sich gehört.
